25.05.2003
| Sieben Punkte aus vier Spielen: TSV erfüllt Weigands Wunsch |
| 1:1 im Kreisliga-Spitzenspiel gegen Hilpoltstein / André Bürger gleicht Führung von Sigi Feuerstein aus / Lethargische zweite Halbzeit |
| Greding (ghi) Am Schluss war es eine gerechte Punkteteilung, als sich der bisherige Tabellenvierte TSV Greding und der Vizemeister TV Hilpoltsteiner 1:1 und Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga Neumarkt trennten. Beide Mannschaften geizten also ausgerechnet im Landkreisderby mit Toren, doch vor allem die Gastgeber mussten es sich ankreiden lassen, beste Chancen vergeben zu haben. "Wir hatten die besseren Möglichkeiten, wenngleich unser Gegner insbesondere in der ersten Halbzeit spielerisch überlegen war", sagte ein zufriedener Ingbert Weigand nach seinem letztes Heimspiel als TSV-Trainer. Seine Mannschaft erfüllte ihm außerdem mit dem Unentschieden den Wunsch, aus den letzten vier Spielen sieben Punkte zu holen. Sein Pendant Albert Reitlinger war ungleich weniger zufrieden, äußerlich vor allem. Immer wieder ging der TV-Trainerin die Hocke, beobachtete seine Schützlinge mit Argusaugen, und wenn ihnen dann ein Fehler unterlief, sprang er auf und erteilte neue Anweisungen. So blickte Reitlinger bereits nach drei Minuten missmutig in die Runde, kniff die Lippen zusammen und wollte es nicht glauben, was er gerade gesehen hatte: Greding hatte den Gegner in den eigenen Strafraum gedrängt, Artur Ochsenkühn hatte eine Ecke geschlagen, und Christian Leidl hätte den Ball genau unter die Latte geköpft · doch TV-Torwart David Aimann brachte im letzten Moment die Fäuste nach oben. 45 Sekunden später, Reitlinger diskutierte noch diese Szene, folgte bereits die nächste Torchance für den TSV. Dieses Mal kam die Ecke von Michael Regensburger, und wieder war es der Ex-Hilpoltsteiner Leidl, der aus wenigen Metern diesmal daneben schoss. Doch auf einem Schlag ergriffen danach die Gäste die Initiative, und Reitlinger rief: "Mehr Pressing, mehr Pressing!" Seine Spieler verstanden es, und Greding geriet schwer unter Druck. Ein Kompliment an Andreas König, der notgedrungen in die TSV-Mannschaft rutschte und gegen TV-Torjäger Sigi Feuerstein einen ansprechenden Leistung zeigte. Doch ganz zu halten war der kleine Hilpoltsteiner natürlich nicht: So vergab Feuerstein innerhalb weniger Sekunden zwei Möglichkeiten (10.). Der TSV übte sich danach in Entlastungsangriffen über Tobias Kratzer, der die rechte Hilpoltsteiner Abwehrweite entblößte, was den Trainer mächtig entzürnte: "So geht des net, Michael Sillner!" Der nächste Aufreger für Albert Reitlinger folgte umgehend: Die Gastgeber hatten zunächst alle Hände und Füße voll mit Aljus Ramic, Stefan Lewey, Andreas Hölzel und Uli Schneider zu tun, doch dann war plötzlich Gredings Torjäger nach einem Pass von Benjamin Preischl entwischt, rannte auf David Aimann zu, der ein Tunneltor per Fußabwehr verhinderte (17.). Im Gegenzug lief Schneider alleine auf TSV-Torwart Michael Schön zu, doch legte sich das Leder zu weit vor. Doch diese Szene zeigte: Das Gredinger Abwehrgebilde wurde immer durchlässiger, und so war es bald passiert. Bei einer Flanke vom rechten Strafraumeck war Feuerstein mit dem gestreckten Fuß zur Stelle und verwandelte zum 1:0 für den TV (25.). Und Hilpoltstein setzte nach, glaubte den Gegener im Schwitzkasten zu haben. Doch Schneider war wieder einen Schritt zu spät, und Hölzel verzog seinen Schuss.Plötzlich prallte der Ball an den linken Hilpoltsteiner Pfosten. Ein schöner Gruß von Thomas Butz, der künftig die Hilpoltsteiner AH-Mannschaft verstärkt. Es war nun aber deutlich zu merken, dass sich der TSV Greding wieder gefangen hat. So folgte dem fast unbedrängten 40-Meter-Lauf von Michael Regensburger auf der rechten Außenbahn eine präzise Flanke in den Strafraum, und André Bürger lupfte den Ball aus kurzer Distanz über Aimann zum 1:1 ins Netz (40.). Kurz vor der Halbzeit wurde dann Christian Leidl zum Pechvogel: Er vergab die Wende vier Meter vor dem TV-Tor (45.). |
| Nach dem Seitenwechsel kam die Partie nur
langsam wieder in Schwung, vieles spielte sich im Mittelfeld ab. Preischl ließ
einen wuchtigen Schuss los, der sein Ziel aber ebenso verfehlt wie der Versuch
von Siller (50., 52.). Der "Keks", wie Thomas Butz in Greding genannt
wird, hätte so gerne noch ein Tor erzielt. Doch Thomas Brandl spielte nicht mit
und schlug seinen Kopfball von der Linie (58.). Einen Freistoß von Stefan Lewey
hielt Schön auf der Gegenseite sicher (64.), dann gingen sich die Kontrahneten
zusehends aus dem Weg. Fehlpässe häuften sich, Jürgen Wild ließ einen Ball
unmotiviert über die Auslinie rollen, und Reitlinger schüttelt verärgert den
Kopf. Greding beendete endlich die Lethargie des Spiels, als Tobias Kratzer in
den Strafraum flankte, doch ein TSV-Stürmer vergab freistehend · Christian
Leidl (82.). Ein Warnschuss für den Tabellenzweiten, der auf keinen Fall
verlieren will. Die Antwort gab Jürgen Wild, der allerdings verzog (85.). Die
Schlussphase: Schiedsrichter Peter Löschmann (DJK Zell) entschied eine
knifflige Szene im Strafraum zwischen König und Feuerstein zu Gunsten des
TSV-Verteidigers, und auf der anderen Seite war Aimann einen Schritt schneller
als Butz (87., 88.). In der Nachspielzeit hätte der eingewechselte Harry
Ramsauer das Spiel doch noch entscheiden können, doch Schön schnappte sich den
Ball im letzten Moment (90.).
TSV Greding: Michael Schön, Andreas König, Stefan Baumann, Michael Regensburger, Artur Ochsenkühn, Benjamin Preischl, Karsten Feldhusen, Thomas Butz, André Bürger, Christian Leidl (89. Mathias Heine), Tobias Kratzer. TV Hilpoltstein: David Aimann, Michael Siller, Thomas Brandl, Stefan Lewey, Stefan Regensburger (30. Jürgen Wild), Andreas Hölzel, Csaba Varadi, Aljus Ramic (46. Harald Ramsauer), Sigi Feuerstein, Dominik Haussnerm, Uli Schneider (65. Benjamin Haussner). Tore: 0:1 Sigi Feuerstein (25.), 1:1 André Bürger (40.). Reserven: 4:4 (Tore Greding: Thomas Werner, Cengiz Usta, Benedikt Kratzer, Norbert Neugebauer. · Tore Hilpoltstein: Michael Klefoth 2, Stefan Heinloth, Hartmut Fischer). |