TV Hilpoltstein scheidet im Toto-pokal aus

0:6 gegen Regionalligaaufsteiger 1. SC Feucht – Torwart Aimann trotzdem bester Spieler

Hilpoltstein (RHV: mro / HK: mjr) – Die Pokalüberraschung ist dem Kreisligisten TV Hilpoltstein gegen den Bayerligisten 1. SC Feucht erwartungsgemäß nicht gelungen. Mit 0:6 (0:4) unterlag die Mannschaft von Albert Reitlinger dem Regionalligaaufsteiger und verabschiedete sich damit aus dem Viertelfinale des Toto-Pokal, dessen Erreichen selbst schon ein großartiger Erfolg war.

Schon nach wenigen Minuten gingen die Gäste in Führung, als die Hilpoltsteiner im Mittelfeld einen Freistoß unaufmerksam ausführten. Die Feuchter kamen in Ballbesitz und von nun an ging es blitzschnell. Marco Christ spielte den Ball quer zu Oliver Fuchs, der keine Mühe hatte das 1:0 zu erzielen (9.). Die Hilpoltsteiner hatten den darauf folgenden Anstoß kaum ausgeführt, als es schon 2:0 durch ein Tor von Florian Wurster stand (10.). Hätte David Aimann nicht gegen Michael Fuss wenig später geklärt, wären innerhalb von zwei Minuten drei Tore für Feucht gefallen. Hilpoltstein steckte jedoch trotz des Rückstandes nicht auf und kam durchaus zu Möglichkeiten. Nach einem Freistoß von Andreas Hölzel kam Patrick Hurka nicht mehr an den Ball (13.). In der Defensive, die auf die verletzten Stammspieler Stefan Regensburger und Markus Bayer verzichten musste, bewies Torwart Aimann immer wieder mit flinkem Herauslaufen und hervorragenden Paraden, dass er sein Tor nicht zur Schießbude machen lassen wollte. Hätte Uli Schneider auf Zuspiel von Harald Ramsauer, der den beruflich verhinderten Sigi Feuerstein ersetzte, gleich Richtung Tor geschossen, wäre vielleicht der Anschlusstreffer möglich gewesen. So jedoch konnte Feuchts Abwehr klären (20.). Wenig später fiel wieder ein Tor. Eine Flanke von der rechten Seite köpfte Wurster zu Fuss, der keine Mühe hatte, das 3:0 für Feucht zu markieren. Kurz darauf musste Hurka auf der Torlinie klären, Wurster schoss nach und traf ins Netz. Doch der Treffer zählte nicht. Das sichere Schiedsrichtergespann um Referee Rainer Forster (VfB Kipfenberg) hatte zurecht auf Abseits entschieden (22.). In der Folgezeit machte sich die körperliche Überlegenheit der Gäste immer mehr bemerkbar. Sie waren cleverer und schneller. Dass eine tolle Abwehrleistung von Aimann in Zusammenarbeit mit Andreas Hölzel in der 40. Spielminute nicht belohnt wurde, war Pech. Fuss traf im Nachschuss zum 4:0 (40.). Hurka verfehlte einen Freistoß von Schneider knapp und konnte so nicht Richtung Feuchter Tor köpfen (41.). In den ersten 45 Minuten schlug sich der Kreisligist besser, als das Zwischenergebnis vermuten ließe. Die gut 200 Zuschauer hatten bis dahin ein engagiert agierendes Gastgeberteam gesehen, das jedoch den mehrfachen Klassenunterschied zum Spitzenreiter der Bayernliga nicht wettmachen konnte.

Nach dem Seitenwechsel hätte Stefan Lewey eine Flanke von rechts beinahe in das eigene Tor befördert (47.). Ein Schuss von Marco Christ ging knapp am Tor vorbei (49.). Als einmal die Hilpoltsteiner Abseitsfalle nicht funktioniert, kam Stefan Hampl frei vor Aimann zum Schuss, verfehlte jedoch das Tor knapp (52.). Fuss konnte sich wenig später beinahe die Ecke aussuchen, doch sein Gegenspieler Thomas Brandl grätschte ihm in letzter Sekunde den Ball vor den Füßen weg (54.). Doch schon eine Minute später fiel Feuchts fünfter Treffer. Frei vor Aimann schob Hampl den Ball zum 5:0 über die Linie (55.). Dass die Niederlage nicht höher ausfiel, war insbesondere TV-Schlussmann Aimann zu verdanken. Nach einem Doppelpass zwischen Christ und Fuss, lief er rechtzeitig aus seinem Tor und konnte die Situation bereinigen (60.). Beinahe wäre Hilpoltstein durch Spielmacher Aljus Ramic der Ehrentreffer geglückt, doch sein Schuss aus der zweiten Reihe nach einer Ecke strich knapp am linken Pfosten vorbei (61.). Dann stand wieder Aimanns Tor im Mittelpunkt des Geschehens. Einen Volley-Schuss von Hampl aus zehn Metern Entfernung wehrte er mit einer tollen Parade zur Ecke ab (64.). Obwohl Feucht nun Ball und Gegner laufen ließ, fiel dennoch kein weiterer Treffer, was dem aufmerksamen und sicheren Aimann zu verdanken war. Aber auch Glück war im Spiel, als beispielsweise Fuss einen Kopfball aus fünf Metern Entfernung nicht im Tor unterbringen konnte (70.). Als Hampl nach einem Einwurf allein vor Aimanns Tor auftauchte, blieb der Hilpoltsteiner Schluss wieder Sieger. Mit einem Freistoß nach einem Foul an Dominik Haußner bot sich eine weitere Gelegenheit zum Ehrentreffer. Aus halblinker Position in 20 Metern Torentfernung traf Hurka leider nur in die Abwehrmauer (79.). Als Hampl Christ freigespielt hatte, stellte sich nur eine Frage: Trifft er oder hält Aimann? Letzterer behielt die Oberhand. Bei der darauf folgenden Ecke konnte Brandl per Kopf auf der Linie klären. Dann jedoch machten die Gäste doch noch das halbe Dutzend Tore voll. Fuss ließ Aimann dabei keine Abwehrchance (85.).

Auch wenn die Hilpoltsteiner Anhänger die höchste Saisonniederlage ihrer Mannschaft erlebten, können sie dennoch stolz auf ihr Team sein, das gegen den Bayernliga-Spitzenreiter und Regionalligaaufsteiger teilweise mithalten konnte. Vor allem Torwart Aimann verdiente sich ein um das andere Mal Bestnoten. Letztendlich siegte allerdings die Kaltschnäuzigkeit und Cleverness der Gäste, die nun verdient im Toto-Pokal-Halbfinale stehen.

TV Hilpoltstein: David Aimann, Jürgen Wild, Thomas Brandl, Stefan Lewey, Daniel Schmidt, Andreas Hölzel Dominik Haußner, Aljus Ramic (65., Stefan Heinloth), Uli Schneider (70., Benjamin Haußner), Patrick Hurka, Harald Ramsauer (62., Michael Klefoth).

1. SC Feucht: Tobias Pospischil, Andreas Saur, Denis Opcin, Oliver Fuchs, Markus Rosenwirth, Henry Onwuzuruike, Florian Wurster (62., Ufuk Arseven), Jürgen Paul (Roberto Hilbert), Michael Fuss, Marco Christ, Stefan Hampl.

Schiedsrichter: Rainer Forster (VfB Kipfenberg).

Torfolge: 0:1 Fuchs (9.), 0:2 Wurster (10.), 0:3 Fuss (22.), 0:4 Fuss (40.), 0:5 Hampl (53.), 0:6 Hampl (85.).