TV Hip. - TSV Greding 2:2

 

Wenn am Ende eines Spiels zwei Trainer mißmutig auf den Rasen blicken, dann waren sie nicht zufrieden mit den Leistungen ihrer Schützlinge. Albert Reitlinger vom TV Hilpoltstein, der schon in der zweiten Halbzeit berechtigt feststellte, dass sein Team den Gegner im Sack habe, geht zwar als Tabellenführer des Spieltags hervor, Kritik hatte er trotzdem. "Wir mußten nach dem 2:1 unbedingt das 3:1 nachlegen, denn wir waren feldüberlegen und haben dies leider nicht genutzt". Sein Pendant Sigi Kobras, der eigentlich froh sein musste, dem Kreisligaprimus zwei Punkte abgezwackt zu haben, hatte auch unübersehbare Mangel bei seiner Truppe festgestellt: "Angst lähmt Beine! Wir haben kein gutes Spiel gezeigt, weil wir durch Stellungsfehler dem Gegner immer Tormöglichkeiten gewähren." Das Südderby begann furios mit Vorteilen für die Hausherren, die zu Beginn keine Scheu vor dem Gegner zeigten und nach 150 Sekunden schnappte sich Tobias Kratzer aus der eigenen Hälfte das Leder, läuft über halbrechts auf und davon und zirkelt es in den Strafraum und dort genau auf die Oberkante der Latte - David Aimann hätte nicht den Hauch einer Chance gehabt. Und auch sein Gegenüber Michael Schön hätte wohl keine Möglichkeit zum Eingreifen gehabt, als in der 5. Minute Uli Schneider von rechts eine Ecke schlug und der freie Jens Grimm am ungeschützten Kasten vorbeizielte. Drei Minuten darauf, Stefan Regensburger, der noch eine tragische Rolle spielen wird, spitzelt T. Kratzer gerade noch den Ball vom Fuß, eine Minute darauf konnte den Hilpoltsteinern niemand mehr helfen. Benedikt Kratzer hebt von rechts einen Eckball herein, Aimann faustet die Kugel aus dem Strafraum genau auf Tobias Kratzer, der ins leere Tor schießt. Unerklärlich für Reitlinger die Situation, als Thomas Harrer auf der rechten Bahn ein Solo hinlegen konnte und Aimann am kurzen Pfosten noch mit einem Wischer seiner rechten Hand das 2:0 für die Hausherren verhinderte. Jetzt kamen die Hilpoltsteiner und Greding zugleich unter großen Druck. Christian Hofmann flankte von rechts und Sigi Feuerstein flog durch den Strafraum und verfehlte den Ball (20.). Fünf Minuten später tankt sich Andreas Hölzel durch und schießt über den Kasten und Martin Meiers Versuch scheitert an Michael Schön, der rechtzeitig am Boden ist (28.). Nur selten kann sich der TSV aus der Umklammerung lösen, vor das Tor von Aimann kommt nichts. Kobras wird ungeduldig und ruft: "Die haben immer Überzahl!" Stimmt, denn die führte zu weiteren zwei Chancen durch Markus Bayer, der an Schöns Fußabwehr verzweifelt und durch Jens Grimms Kopfball, der am Kasten vorbeifliegt (38.). Das bringt auch die Gäste in Unordnung und jetzt wird es Reitlinger zu bunt: "Das bringt doch nix, das Geschlage!" Dann ist Halbzeit. Der zweite Durchgang beginnt mit einem Schlagabtausch, jeder der beiden Kontrahenten will die Initiative ergreifen und Reitlinger hat nach knapp zehn Minuten die besseren Karten in der Hand. Es ist Punkt 15 Uhr 40, der Hilpoltsteiner Coach hatte drei Minuten vorher Harald Ramsauer eingewechselt, da startet dieser wie eine Rakete auf der halblinken Seite durch, läuft 35 Meter, zieht ab und überwindet Schön, der ihm vergeblich entgegenstürzte (56.). Die Burgstädter legen nach, weil der TSV Greding keine genügende Gegenwehr aufbietet und so muss Schön gegen Martin Meier alles riskieren und Jürgen Riedel höllisch gegen Feuerstein aufpassen, der ihm fast entwischt wäre (63., 65.). Reitlinger will mit seinem Team im dritten Anlauf hier gewinnen, und es scheint, dass die Gredinger ihn nicht daran hindern können. Ein Freistoß von Martin Meier segelt in den Strafraum und der kleine Feuerstein köpft, Schön ist dran und der Ball dennoch drin - 1:2 (69.). "Kasperltore, einfach Kasperltore", brüllt Kobras auf das Feld. "Leute, wir haben sie, schaut doch, wir haben sie", trieb darauf Reitlinger seine Schützlinge an und setzte sich wieder auf seinen Klappstuhl. Von dem er gleich wieder aufsprang, weil Tobias Kratzer ungestört flanken konnte und André Bürger zum Fallrückziehr kam, der nichts einbrachte (78.). Zwei Minuten später hätte die Entscheidung fallen müssen, aber Bayer scheitert an Schön, der mit dem Fuß die Angelegenheit bereinigt. Jetzt bäumten sich die Schwarzachstädter auf und weil Stefan Regensburgers Mittel im Strafraum zu herbe gegen T. Kratzer waren, lag der ruhig leitende Michael Tittmann vom 1. FC Altdorf mit seiner Entscheidung durchaus richtig - Elfmeter. Sicher wie gewohnt verwandelte Kratzer zum Ausgleich (83.). Es wäre wohl des Guten zuviel gewesen, wenn Kratzer drei Minuten später eine weitere Chance genutzt hätte. Torwart Aimann reagierte aber mit einer straken Fußbabwehr (86.). Freilich hatten da die Gäste schon ihren Abwehrverbund umstellen müssen, weil Patrick Hurka mit gelbrot das Feld hatte verlassen müssen.

TSV Greding: Michael Schön - Jürgen Riedel, Michael Regensburger, Artur Ochsenkühn, Stefan Baumann (67. Karsten Feldhusen) - Benjamin Preischl, Tobias Kratzer, André Bürger - Christian Leidl (45. Stefan Netter) - Thomas Harrer, Benedikt Kratzer

TV Hilpoltstein: David Aimann - Christian Hofmann (74. Johannes Gerner), Patrick Hurka, Stefan Regensburger, Markus Bayer - Andreas Hölzel, Gerald Kobras - Martin Meier, Jens Grimm - Uli Schneider (53. Harald Ramsauer), Siegfried Feuerstein

Reserve: 3:3, Tore: 2x Hofbeck, Heyder