HILPOLTSTEIN – Nein, es sollte nicht sein, wieder einmal nicht. Der TV Hilpoltstein ist erneut nur Vizemeister des Fußball-Kreises Neumarkt in der Halle. Dies ma hinter dem Landesligisten FV Wendelstein. Doch die Burgherren waren in Freystadt nicht angetreten, um hier unter allen Umständen um den Titel zu kämpfen. Nein, sie haben andere Ziele, wollten den Verein aber dennoch optimal repräsentieren, was ihnen mit Platz zwei auch vorzüglich gelungen ist.

Die DJK/SpVgg Rohr dagegen hatte eigentlich gar keine Ziele mehr, sie hatte mit der Hallen-Endrunde eigentlich schon alles erreicht und landete mit einer couragierten Leistung auf dem fünften Rang.


Uli Schneider führt am Samstag um exakt 22 Uhr 45 den Anstoß zum Endspiel zwischen Hilpoltstein und Wendelstein aus, das über zweimal zehn Minuten angesetzt ist. Und es sind die Hilpoltsteiner, die den ersten Schussversuch wagen, Gerald Kobras zieht nach 70 Sekunden ab. Kein Erfolg. Den zweiten Versuch wagt Patrick Hurka, doch Keeper Jason Quarn bringt die Hand gerade noch hoch und leitet den Ball an den linken Pfosten.

Im Gegenzug kann Sigi Feuerstein Denis Haan an der Bande nur regelwidrig stoppen und der sicher leitende Schiedsrichter Michael Tittmann zeigt auf die Marke - Siebenmeter. Daniel Güthlein lässt Holger Schmidkunz keine Chance.

Hilpoltstein verdaut diesen unglücklichen Schlag gelassen, Wendelstein wartet ab und lässt die Burgherren agieren. Andreas Hölzel ist es, der in der fünften Minute wieder auf den Kasten des Gegners zielt, doch der reaktionsschnelle Quarn kann mit beiden Beinen retten. Als Martin Meier die Unterkante der Latte anvisiert (6.), wird es dem Landesligisten zu brenzlig und genau 21 Sekunden darauf ist es Micheal Zielinski, der eine feine Vorarbeit von Denis Haan nutzt und im zweiten Versuch dann einnetzt (2:0).

Hilpoltstein wirkt nun verunsichert, die Kräfte schwinden langsam. Auf der anderen Seite ist es eine Traumkombination über den Ex-Hilpoltsteiner Jugendspieler und Hofstettener Stefan Albrecht und Denis Haan, der Daniel Güthlein bedient, der zum 3:0 trifft (8.). Bis zur 15. Minute tut sich nichts auf dem Freystädter Hallenboden, dann scheitert Uli Schneider an Quarn und Csaba Varadi vergibt frei.

Hurka lässt seine Truppe noch kurz hoffen, denn der Schuss aus halbrechter Position sitzt genau — 3:1. Noch vier Minuten, aber schon jetzt ist klar, die Partie und somit das Endspiel ist nicht mehr zu gewinnen, auch wenn Sigi Feuerstein noch eine große Chance besitzen sollte (18.).

Um 21.10 Uhr war der TV Hilpoltstein mit einem 6:4-Erfolg über den Endspielgegner der letzten Meisterschaft, den TSV Winkelhaid, verdient in das Endspiel gekommen. Dabei führte der Titelverteidiger nach drei Minuten, als er eine Strafzeit von Aljus Ramic nutzte, durch einen verdeckten Schuss von Thomas Rakasovic mit 1:0 (4.) und 15 Sekunden nach Ablauf der Strafe ist Feuerstein zum 1:1 zur Stelle. Eine kleine Unaufmerksamkeit beim Abwurf von David Aimann bringt den TSV durch Marco Mühlbauer wiederum in Front (9.). Hilpoltstein gleicht aber durch Feuerstein aus und Martin Meier besorgt in der gleichen Minute die erstmalige Führung (10.), die Schneider (12.) und Gerald Kobras (13.) auf 5:2 ausbauen, ehe Sven Schultz auf 5:3 verkürzt (14.). Aljus Rami trifft in der Schlussminute zum 6:3. Schultz in der letzten Sekunde zum 6:4.

Hohe Hürden

Der Gang in das Play-off war wie erwähnt äußerst hart, denn die Reitlinger- Truppe vergaß gegen den FC Holzheim nach einer 2:0-Führung (Andreas Hölzel 4. und Patrick Hurka 8.) das Bündel zu schnüren und innerhalb von 50 Sekunden gelang dem Hallenmaster 2002 der Ausgleich durch Jörg Dimler und Michael Stankiewicz (10.). Den Deckel darauf setzte Andreas Hilbich mit dem 2:3, als noch 2.30 zu spielen waren und Christian Hofmann fünf Sekunden vor dem Ende den sicheren Ausgleich vergab.

Gegen den Landesligisten FV Wendelstein wurde es sehr eng, als die Kettlitz-Truppe mit 2:0 in Führung ging, der überragende Daniel Güthlein hatte dies ohne Probleme ermöglicht (4. und 10. per Siebenmeter). Hilpoltstein aber gibt nicht auf, noch 40 Sekunden — Hurka 1:2, noch 13 Sekunden — Meier 2:2. Ein Punkt ist es und Freystadt, der nächste Gegner, muss unbedingt geschlagen werden. Es läuft nach Plan, denn Uli Schneider markiert nach fünf Minuten den ersten Treffer und Hurka nutzt eine Strafzeit des TSV zum 2:0 (6.). Doch der Torschütze und Andreas Hölzel werden zu bösen Buben und müssen auf die Strafbank, was Christian Dittenhofer sechs Sekunden später ausnutzt (2:1). Der TV erholt sich aber und Ramic (9. und 16.) und Martin Meier (12.) machen zum 5:1-Sieg und zur Play-off-Qualifikation alles perfekt.

Die DJK/SpVgg Rohr hatte sich das Spiel um Rang fünf redlich verdient und traf auf den TSV Freystadt und es begann alles andere als optimal, denn ein Missverständnis im Deckungsbereich der Seitz-Truppe ließ Stefan Lange gewähren, der nach haargenau 50 Sekunden den vorzüglichen Keeper Christian Hofbeck überwindet, der später noch seine Qualitäten unter Beweis stellen sollte.

Gerade als die DJK sich anschickte, endlich etwas für ihren Spielaufbau zu unternehmen, unterläuft Thomas Sattler ein entscheidender Fehler, den Christian Dittenhofer in der fünften Minute rigoros ausnutzt. Es sind in der zweiten Hälfte 52 Sekunden gespielt, da nimmt Daniel Großhauser die Kugel geschickt an, dreht sich und überwindet Keeper Christian Wittmann zum 1:2. Und es geht erfolgreich weiter, weil die Rohrer ein unerschütterliches Maß an Selbstvertrauen haben und Klaus Betz einfach aus Lust und Laune abzieht — 2:2 (12.).

Es musste das Siebenmeterschießen herhalten, weil Bernhard Gruner kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit nur den Pfosten traf. Schlecht begann das Ritual der Strafstoßentscheidungen, der erste Schütze Stefan Dötsch scheitert, alle anderen Schützen treffen bis Christian Hofbeck den Schuss von Michael Zeise hält. Die Torhüter treten nun an, Hofbeck verwandelt und hält gegen Wittmann — fünfter Platz.

Den Grundstein für einen dritten Platz in der Gruppe und zur Qualifikation um Rang fünf legte die DJK quasi im ersten Spiel gegen den 1. FC Altdorf, dem sie ebenbürtig war und neun Sekunden vor dem Ende Stefan Flachhuber der entscheidende Treffer per Freistoß gelang.

Auch ein 0:2-Rückstand gegen den Titelhalter Winkelhaid (zwei Mal Michael Janousch (2., 6.) beeindruckt den A-Klassisten nicht, binnen einer Minute gleicht Thomas Sattler aus (10.), Marco Mühlbauer (8. und 12.) indes schafft wieder die Führung zum 4:2, Bernhard Gruner verkürzt, kann nur noch verkürzen (14.). Gegen den TSV Berching ist nichts zu holen, der Bezirksligist lässt der Mannschaft um Trainer Hans Seitz keine Chance und siegt 4:0.